Fermentation

Mit Hilfe der Fermentation können verschiedene Futterkomponenten gezielt mikrobiell aufgeschlossen werden. Infolge der erwünschten Milchsäuregärung verringert sich der pH-Wert und unerwünschte Bakterien werden ausgeschaltet. Außerdem verbessert sich die Nährstoffverfügbarkeit, was wiederum die Futterkosten senkt. Durch fermentierte Futtermittel wird das Flüssigfutter gleichzeitig hygienisiert und ist haltbarer.

Vorteile der Fermentation

  • Schnelle Absenkung des pH-Wertes (< 4) infolge gezielter Milchsäuregärung
  • Verbesserte Futterhygiene durch Hemmung unerwünschter Bakterien
  • Verbesserte Schmackhaftigkeit, Nährstoffverfügbarkeit und Futteraufnahme infolge natürlicher Säuerung
  • Gesicherte Homogenität und reduzierte Futterkosten
  • Proferm HC FL

    Biologisches Siliermittel für die kontrollierte Fermentation.


    Zusammensetzung

    Mischung aus Lactobacillus plantarum (9,4 x 1010 KBE/g) und Pediococcus acidilactici (9,4 x 1010 KBE/g) mit 1,88 x 1011 KBE/g Produkt.


    Anwendungsbereich

    Proferm HC FL wird zur Fermentation von hygienisch einwandfreien und kohlenhydratreichen Futtermitteln eingesetzt. Ein Päckchen Proferm HC FL (200 g) in 200 Liter lauwarmen Wasser unter stetem Rühren auflösen und 2 Liter je Kubikmeter Ferment (23 – 25 % TS) dosieren.

    Besonders geeignet für stärke- und kohlenhydratreiche Futtermittel.


    Vorteile

    Gezielte Zugabe von ausgewählten MSB für eine planmäßige Fermentation.

    • Erhöhte Schmackhaftigkeit
    • Mikrobieller Aufschluss der Nährstoffe
    • Verbesserte Verdaulichkeit von NSP
    • Erhöhte Futterhygiene durch Milchsäure
    • Bekämpfung Schadkeimbelastung in Fütterungsanlage

      → Senkung der Futterkosten & Verbesserung der Aufzuchtleistung.


    Verfahrenstechnik

    Bedingungen im Fermenter schaffen, sodass MSB zügig Milchsäure produzieren für pH Wert Absenkung

    • Prozesstemperatur: 30 – 35 °C; Zeitdauer: 10 – 24 h → Parameter abhängig vom Substrat; je höher die Temperatur, desto kürzer der Prozess
    • Rührintervall: kontrollierte Rührtechnik mit reduziertem Sauerstoffeintrag
    • Technologische Anforderung: pumpfähige Masse


    Besondere Hinweise

    • Regelmäßiges Rühren zur Vorbeugung von Sedimentierung im Fermenter
    • Kontrollierte Rührtechnik mit reduziertem Sauerstoffeintrag ist entscheidend, da sonst Gefahr einer Vermehrung von Hefen besteht
    • Verwendung von hygienisch einwandfreien Rohstoffen (keine Nacherwärmung, keine Belastung mit Hefen und Schimmelpilzen)
    • Sauberkeit & Sorgfalt im Prozess und bei der Technik sind Grundvorrausetzung für eine erfolgreiche Fermentation
    • Bei der Fermentation von CCM und Feuchtmaiskornsilagen kann der Effekt geringer sein, da hier eine Unterdrückung von unerwünschten Bakterien bereits während des Silierprozesses stattgefunden hat


    Inhalt

    • 200 g je Beutel Proferm HC FL, ausreichend für die Behandlung von 100 m3 Flüssigfutter
    • 2 g Proferm HC FL je 1.000 Liter Ferment


    Haltbarkeit

    • 24 Monate bei 20 °C


    Lagerung

    • Ungeöffnete Beutel kalt und trocken lagern; vor direkter Sonneneinstrahlung schützen

    Wichtiger Hinweis

    Durch sorgfältige Prüfung ist erwiesen, dass unser Produkt bei Einhaltung der Gebrauchsanleitung für die empfohlenen Zwecke geeignet ist. Werden biologische Siliermittel eingesetzt, müssen Silier- und Entnahmetechnik besonders gut sein. Fehler pflanzenbaulicher Art (z.B. zu später Schnitt) und siliertechnischer Art (z.B. Verdichtung, Abdeckung) können nicht ausgeglichen werden. Wir haften für gleichbeibende Qualität des Produktes, das Lagerungs- und Anwendungsrisiko tragen wir nicht.

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  • Proferm HC FL Granulat

    Biologisches Siliermittel für die kontrollierte Fermentation.


    Zusatzstoffe

    Lactobacillus plantarum (3,78 x 108 KBE/kg) und Pediococcus acidilactici (3,78 x 108 KBE/kg).


    Anwendungsbereich

    Proferm HC FL Granulat enthält ein biologisches Siliermittel für die kontrollierte Fermentation von hygienisch einwandfreien und kohlenhydratreichen Futtermitteln. Es werden 500 g Proferm HC FL Granulat pro 1.000 Liter Flüssigfutter dosiert.

    Besonders geeignet für stärke- und kohlenhydratreiche Futtermittel.


    Vorteile

    Gezielte Zugabe von ausgewählten MSB für eine planmäßige Fermentation

    • Erhöhte Schmackhaftigkeit
    • Mikrobieller Aufschluss der Nährstoffe
    • Verbesserte Verdaulichkeit von NSP
    • Erhöhte Futterhygiene durch Milchsäure
    • Bekämpfung der Schadkeimbelastung in der Fütterungsanlage

      → Senkung der Futterkosten und Verbesserung der Aufzuchtleistung


    Verfahrenstechnik

    Bedingungen im Fermenter schaffen, sodass MSB zügig Milchsäure für pH Wert Absenkung produzieren.

    • Prozesstemperatur: 30 – 35 °C; Zeitdauer: 10 – 24 h → Parameter abhängig vom Substrat; je höher die Temperatur, desto kürzer der Prozess
    • Rührintervall: kontrollierte Rührtechnik mit reduziertem Sauerstoffeintrag
    • Technologische Anforderung: pumpfähige Masse


    Besondere Hinweise

    • Regelmäßiges Rühren zur Vorbeugung von Sedimentierung im Fermenter
    • Kontrollierte Rührtechnik mit reduziertem Sauerstoffeintrag ist entscheidend, da sonst Gefahr einer Vermehrung von Hefen besteht
    • Verwendung von hygienisch einwandfreien Rohstoffen (keine Nacherwärmung, keine Belastung mit Hefen und Schimmelpilzen)
    • Sauberkeit & Sorgfalt im Prozess und bei der Technik sind Grundvorrausetzung für eine erfolgreiche Fermentation
    • Bei der Fermentation von CCM und Feuchtmaiskornsilagen kann der Effekt geringer sein, da hier eine Unterdrückung von unerwünschten Bakterien bereits während des Silierprozesses stattgefunden hat


    Inhalt

    • 25 kg Sack, ausreichend für 50 m3 Flüssigfutter
    • 500 g Proferm HC FL Granulat pro 1.000 Liter Flüssigfutter

     

    Haltbarkeit

    • 6 Monate nach Herstellungsdatum bei max. 20 °C

     

    Lagerung

    • Ungeöffnete Gebinde kühl und trocken lagern; vor direkter Sonneneinstrahlung schützen

    Wichtiger Hinweis

    Durch sorgfältige Prüfung ist erwiesen, dass unser Produkt bei Einhaltung der Gebrauchsanleitung für die empfohlenen Zwecke geeignet ist. Werden biologische Siliermittel eingesetzt, müssen Silier- und Entnahmetechnik besonders gut sein. Fehler pflanzenbaulicher Art (z.B. zu später Schnitt) und siliertechnischer Art (z.B. Verdichtung, Abdeckung) können nicht ausgeglichen werden. Wir haften für gleichbeibende Qualität des Produktes, das Lagerungs- und Anwendungsrisiko tragen wir nicht.

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  • Propionsäure

    Propionsäure ist eine farblose bis schwach gelbe, stechend riechende Flüssigkeit. Ihr Wirkstoffgehalt beträgt 99,5 % Propionsäure. Sie wirkt hemmend auf Schimmelpilze und einige Hefen und kann demzufolge zur Verbesserung der aeroben Haltbarkeit der Silagen eingesetzt werden.

    DLG-geprüft Propionsäure ist DLG-geprüft. In der Wirkungsrichtung 2.

     

    Einsatzbereich

    Bei allen zur Nacherwärmung neigenden Silagen

     

    Dosierung

    Die Aufwandmenge richtet sich nach dem Anwendungsbereich. Folgende Einsatzmengen werden empfohlen:

    Komplettbehandlung
    TS-Gehalt (%)l/t
    TS-Gehalt (%)< 25 %l/t4
    TS-Gehalt (%)25 - 35 %l/t5
    TS-Gehalt (%)> 35 %l/t6

    CCM und Feuchtmaissilage

    Die Aufwandmenge nach der Lagerungszeit:

    1 – 6 Monate Lagerung: 5 l/t
    6 – 12 Monate Lagerung: 7 l/t

    Rand- und Oberflächenbehandlung
    Je m² und Futterschicht (20 cm) werden 0,5 l Propionsäure mit 2 l Wasser gemischt und aufgesprüht. Vorzugsweise sollten 2 – 3 Schichten behandelt werden. Alternativ können auch die letzten Fuhren vom Feld komplett direkt bei der Ernte behandelt werden. Die Dosierung entspricht dann der Komplettbehandlung.

    Anschnittflächenbehandlung
    0,5 l/m², mit 2 l Wasser verdünnt

    Stabilisierung der TMR
    3 l/t Futtermischung

    Stabilisierung von Flüssigfutter
    0,15 – 0,25 %

    Weitere Empfehlungen für die Behandlung von Nach- und Nebenprodukte finden Sie hier.

    Wichtiger Hinweis

    Reine Propionsäure ist ätzend korrosiv. Beim Gebrauch sind eine Schutzbrille und säurefeste Handschuhe zu tragen. Ihre Viskosität ist mit der von Wasser vergleichbar. Der Dampfdruck nimmt mit zunehmender Temperatur der Säure erheblich zu.

    Beachte
    Bei der Verwendung von reinen Säuren und Säuremischungen für Konservierungszwecke (z.B. Stabilisierung der TMR) ist ein HACCP-Protokoll zu führen.

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  • Lupro-Mix NA

    Lupro-Mix NA ist eine abgepufferte hochwirksame Mischung aus Propion- und Ameisensäure. Diese Wirkstoffkombination unterstützt die natürliche Milchsäuregärung. Das Wachstum unerwünschter Hefen, Schimmelpilze und Bakterien sowie der damit verbundene Futterverderb werden vermieden und die Futterhygiene gesichert. Lupro-Mix NA schützt die Silage sicher vor Fehlgärung, Nacherwärmung und Verschimmelung.

    Lupro-Mix NA ist DLG-geprüft. In der Wirkungsrichtung 1a, 1b, 2

    Lupro-Mix NA

    Einsatzbereich

    • Bei allen zur Nacherwärmung neigenden Silagen mit hoher Nährstoffdichte
    • Besonders zu empfehlen ist der Einsatz bei CCM, LKS und Feuchtmaissilage
    • Bei schwer silierbarem Futter in Abhängigkeit des Trockensubstanzgehaltes

     

    Dosierung

    die Aufwandmenge richtet sich nach dem Anwendungsbereich folgende Einsatzmengen werden empfohlen:

    Komplettbehandlung
    TS-Gehalt (%)l/t
    TS-Gehalt (%)< 25 %l/t4
    TS-Gehalt (%)25 – 35 %l/t3
    TS-Gehalt (%)> 35 %l/t4

    CCM

    Die Aufwandmenge richtet sich nach der Lagerungszeit:

    1 – 6 Monate Lagerung: 5 l/t
    6 – 12 Monate Lagerung: 7 l/t

    Rand- und Oberflächenbehandlung
    Je Quadratmeter und Futterschicht (20 cm) werden 0,5 l Lupro-Mix NA mit 2 l Wasser gemischt und aufgesprüht. Vorzugsweise sollten zwei bis drei Schichten behandelt werden. Alternativ können auch die letzten Fuhren vom Feld direkt bei der Ernte behandelt werden. Die Dosierung entspricht dann der Komplettbehandlung.

    Anschnittflächenbehandlung
    0,5 l/m², mit zwei Litern Wasser verdünnt

    Stabilisierung der TMR
    3 l/t Futtermischung

    Stabilisierung von Flüssigfutter
    0,15 – 0,25 %

    Hier finden Sie das Sicherheitsdatenblatt von Lupro-MIX NA.

    Weitere Empfehlungen für die Behandlung von Nach- und Nebenprodukten finden Sie hier.

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  • Kaliumsorbat

    Kaliumsorbat ist ein granuliertes, chemisches Konservierungsmittel zur Verbesserung der aeroben Haltbarkeit und der Futterhygiene. Die Wirkung der im Kaliumsorbat enthaltenen Sorbinsäure richtet sich im sauren und schwach sauren Bereich hauptsächlich gegen Hefen und Schimmelpilze. Aber auch viele Bakterien werden gehemmt. Futterverderb durch unerwünschte Mikroorganismen wird vermieden und die Futterhygiene gesichert.


    Einsatzbereich

    • Bei allen zur Nacherwärmung neigenden Silagen mit hoher Nährstoffdichte
    • Zur Sicherung der Futterhygiene
    • Besonders zu empfehlen ist er Einsatz zur Stabilisierung der TMR und flüssiger Nach-und Nebenprodukte
    Kaliumsorbat

    Dosierung

    Kaliumsorbat wird flüssig eingemischt. Hierzu wird das Granulat im Verhältnis 1:1 bzw. 1:2 in Wasser gelöst.

    Kaliumsorbat ist weder ätzend noch korrosiv. Zur Ausbringung der Lösung können herkömmliche Bakteriendosiergeräte (z.B. BioDos CL) verwendet werden.

    Die Aufwandmenge richtet sich nach dem Anwendungsbereich. Folgende Einsatzmengen werden empfohlen:

    Komplettbehandlung
    CCM u. Feuchtmaiskornsilage: 500 g/t

    Maissilage, Grassilage > 40 % TS: GPS 400 g/t

    Rand- und Oberflächenbehandlung
    200 – 300 g/m² und Schicht (Schichtstärke 20 cm)

    Anschnittflächenbehandlung
    200 - 300 g m², in Wasser gelöst

    Stabilisierung der TMR
    200 – 300 g/t

    Behandlung flüssiger Nach- und Nebenprodukte
    200 - 300 g/t

    Beachte
    Bei der Verwendung von reinen Säuren und Säuremischungen für Konservierungszwecke (z.B. Stabilisierung der TMR) ist ein HACCP-Protokoll zu führen.

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Tipps und Tricks


  • Leitfaden zur kontrollierten Fermentation
    Sicher fermentieren – Zahnräder

    Leitfaden zur kontrollierten Fermentation

    Sicher fermentieren

    Wer fermentiert, kann stärkehaltige Futterkomponenten, beispielsweise hofeigenes Getreide, gezielt aufschließen. Das Futter ist schmackhafter und enthaltene Nährstoffe sind besser verfügbar. Im Ergebnis steigt die Futteraufnahme und – ähnlich wie beim Menschen – wirkt sich die im Ferment gebildete Milchsäure positiv auf die Darmgesundheit aus. Damit dieser Effekt voll zum Tragen kommt, hat sich der Zusatz von ProFerm HC FL bewährt.

    Die speziell für diesen Anwendungsbereich enthaltenen Milchsäurebakterien steuern gezielt die erwünschte Milchsäuregärung. Infolgedessen sinkt der pH-Wert im Ferment schnell ab und unerwünschte Mikroorganismen (wie coliforme Keime) werden ausgeschaltet. Während der Fermentation bildet sich aus den zusammengemischten Getreidekomponenten ein homogener pumpfähiger Futterbrei, der sich bis zum Trog, auch nach Zugabe weiterer Futtermittel, nicht entmischt.

    Damit alle diese genannten Vorteile auch genutzt werden können, müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt werden. Das A und O für den gesamten Erfolg ist die Hygiene. Das bedeutet: putzen, putzen, putzen. Wird die Hygiene außer Acht gelassen, kann die Fermentation nicht mehr kontrolliert werden. Auch die zugesetzten Milchsäurebakterien starten nur dann sicher mit ihrer Arbeit, wenn gereinigte und hygienisch einwandfreie Futtermittel in eine gereinigte saubere Anlagentechnik eingebracht werden. Dazu muss die gesamte Kette der Fermentation, angefangen von der Technik, den Rohwaren bis hin zum Fütterungsmanagement, kritisch unter die Lupe genommen werden.

    Denn Fakt ist: Alle Teilabschnitte greifen ineinander und beeinflussen sich gegenseitig. Wird in einem einzelnen Verfahrensabschnitt etwas nicht ausreichend beachtet, hat das immer Konsequenzen für den gesamten Prozess.

    ProFerm HC FL und ProFerm HC FL Granulat im Vergleich
    ProFerm HC FLProFerm HC FL Granulat
    EinsatzbereichProFerm HC FLkontrollierte FermentationProFerm HC FL Granulatkontrollierte Fermentation
    EinsatzmengeProFerm HC FL2 g pro 1.000 FermentProFerm HC FL Granulat500 g pro 1.000 Ferment
    ProzesstemperaturProFerm HC FL30 – 35 °CProFerm HC FL Granulat30 – 35 °C
    FermentationsdauerProFerm HC FL10 – 24 StundenProFerm HC FL Granulat10 – 24 Stunden

    In der Praxis hat sich die kontrollierte Fermentation im Batch-Verfahren unter Zusatz der Starterkultur ProFerm HC FL bewährt. Unter regelmäßiger Verfahrenskontrolle und Hygiene läuft die Fermentation planmäßig mit den gewünschten Effekten ab. Der pH-Wert sinkt innerhalb von zirka acht bis zehn Stunden ab und erreicht Werte unter 4,0. Der Milchsäuregehalt liegt dabei bei mindestens 1,5 Prozent im Ferment. Die Gehalte an Essigsäure bzw. Ethanol bleiben konstant niedrig. Besonders positiv ist, dass aufgrund der Zusammensetzung von Proferm HC FL der Abbau von Aminosäuren, insbesondere Lysin, zuverlässig unterbunden wird.

    Unbedingt zu beachten gilt, dass Fehler in der Futterhygiene und/oder im Fütterungsmanagement nicht durch die Fermentation ausgeglichen werden können. Der Leitfaden in der Grafik zeigt potenzielle Risiken auf.

    Leitfanden zur kontrollierten Fermentation

    Weitere Infos gibt es bei Friederike Oberhaus unter Telefon 0251 . 682-2115.

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  • Kontrollierte Futterfermentation für Schweine
    Futterfermentation

    Kontrollierte Futterfermentation für Schweine

    Mit Hilfe der kontrollierten Fermentation können verschiedene Futterkomponenten gezielt mikrobiell aufgeschlossen werden. Infolge der erwünschten Milchsäuregärung verringert sich der pH-Wert auf unter vier. Bei diesem sauren Milieu werden unerwünschte Bakterien erheblich reduziert, wodurch Futterhygiene und -stabilität deutlich verbessert werden. Diese Effekte wirken sich positiv auf die Magen-Darm-Gesundheit der Schweine aus. Fermentiertes Futter ist sehr schmackhaft und verhält sich wesentlich homogener im Trog. Dies führt zu einer gleichmäßig hohen Futteraufnahme.

    Die AGRAVIS Raiffeisen AG bietet zwei Verfahren zur Fermentation:

    1. Fermentation im landwirtschaftlichen Betrieb mit der Starterkultur ProFerm HC FL
    2. Zukauf der bereits fermentierten Flüssigfutterkomponenten Pig SLK (N) oder Pig SLK Faser

    Die gelenkte Fermentation sollte im Batchverfahren mit restloser Entleerung und anschließender Tankreinigung bei regelmäßiger Verfahrenskontrolle betrieben werden. Die wichtigsten Parameter sind dabei der Prozesstemperaturbereich (ca. 35 °C) durch warmes Wasser und die Erreichung des gewünschten pH-Bereiches von unter vier innerhalb von zwölf Stunden. Damit der Prozess sicher abläuft, bietet AGRAVIS die Starterkultur ProFerm HC FL an.

    Fermentation im landwirtschaftlichen Betrieb

    Die kontrollierte Fermentation von Flüssigfutter mit ProFerm HC FL ist ein Aufschlußverfahren, dass die Nährstoffverwertung in der Schweinefütterung optimiert. Mit Hilfe speziell herausselektierter Milchsäurebakterien wird der Fermentationsprozeß gezielt gesteuert und unerwünschte Mikroorganismen (z.B. coliforme KeimeI) zurückgedrängt. Aufgrund der schnellen pH-Wert-Absenkung werden die Nährstoffe vor bakteriellen Verderb geschützt. Das verbessert wiederum die Nährstoffverfügbarkeit und die Schmackhaftigkeit im Flüssigfutter.

    ProFerm HC FL ist ein biologisches Siliermittel für die kontrollierte Fermentation von unvergorenen, hygienisch einwandfreien Futtermitteln, welche stärke- und kohlenhydratreich sind. Die in ProFerm HC FL gezielt ausgewählte Kombination homofermentativer Milchsäurebakterien steuert den Verlauf der Fermentation, schließt die Nährstoffe mikrobiell auf und verbessert die NSP-Verdaulichkeit. Die Starterkultur wird in lauwarmem Wasser unter Rühren aufgelöst und den zu fermentierenden Futtermitteln zudosiert. Von dem fertigen Ferment werden in der Regel bis zu 50 Prozent in der Ration eingesetzt. Die optimale Einsatzrate ist abhängig von den einzelbetrieblichen Voraussetzungen und den weiteren eingesetzten Komponenten.

    Zukauf von Pig SLK

    Betrieben, die die Vorteile der Fermentation mit geringem technischen Aufwand nutzen wollen, bietet AGRAVIS die fermentierten Futtermittel der Marke Pig SLK frei Hof geliefert an. Pig SLK ist ein flüssiges Ergänzungsfuttermittel aus bereits fermentierten Nebenprodukten. Durch eine gezielte Auswahl hochverdaulicher Einzelkomponenten für die Fermentation ist Pig SLK besonders schmackhaft. Aufgrund des besonderen Produktionsverfahrens kann Pig SLK in einem säurebeständigen, hygienisch einwandfreien Tank bis zu 14 Tage ohne Rühren gelagert werden. Somit können die Vorzüge der Fermentation auch bei geringem Investitions- und Arbeitsaufwand genutzt werden.

    Entscheidungshilfe zur Verfahrenswahl
    Fermentation im landwirtschaftlichen BetriebZukauf von Pig SLK
    ProzesskontrolleFermentation im landwirtschaftlichen Betrieb+++Zukauf von Pig SLK+
    Hygiene und SorgfaltFermentation im landwirtschaftlichen Betrieb+++Zukauf von Pig SLK++
    innerbetriebliche RohkomponentenFermentation im landwirtschaftlichen Betrieb+++Zukauf von Pig SLK-
    ZeitaufwandFermentation im landwirtschaftlichen Betrieb+++Zukauf von Pig SLK+
    KostenFermentation im landwirtschaftlichen Betrieb+++Zukauf von Pig SLK+
    Risiko der FehlgärungFermentation im landwirtschaftlichen Betrieb++Zukauf von Pig SLK+
    Verfahrensanforderungen: + gering, ++ mittel, +++ hoch

    Pig SLK kann in der Fütterung von Mastschweinen, Sauen und Ferkeln eingesetzt werden. Je nach Bedarf werden zwei Rezepturen angeboten:

    • Pig SLK (N): Kartoffeldampfschalen, Schlempe, Molke und Süßwaren
    • Pig SLK Faser: Kartoffeldampfschalen, Schlempe, Molke, Süßwaren und Maissilage

    Der Trockensubstanzgehalt beider Produkte liegt bei ca. 30 Prozent. Diese werden mit Anteilen bis zu 20 Prozent in der Fütterung eingesetzt. Die Entscheidung, welches Verfahren das passende ist, sollte betriebsindividuell getroffen werden. Hofeigene Rationen mit fermentierten Futtermitteln lassen sich mit den speziellen Ergänzungsfuttern der Marke Fisopan oder Mineralfuttern von VitaMiral optimal gestalten. Für die betriebsindividuelle Beratung und Rationsberechnung stehen die Spezialberater Schwein gern zur Verfügung.

    Weitere Informationen gibt es bei Friederike Oberhaus, Telefon 0172 . 7514570, friederike.oberhaus_at_agravis.de.

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Versuche


Ergebnisse zur P-Verfügbarkeit und Verdaulichkeit (Heinze, 2013)(4)

P-Verfügbarkeit

VarianteTierzahlPhosphor² %
unfermentiert435,64a ± 7,11
fermentiert447,18b ± 3,77

ohne Phytasezugabe
2) Signifikanz p<5% für abweichende Buchstaben in Spalte

Proteinverdaulichkeit

VarianteTierzahlRohprotein* %
unfermentiert475,76a ± 2,45
fermentiert481,30b ± 2,78

*) Signifikanz p<5% für abweichende Buchstaben in Spalte

AGRAVIS Nutztier GmbH