Erbse

Lupinen – Erbsen – Bohnen

Lupinen (Süßlupine), Erbsen und Bohnen gehören zur Gruppe der Körnerleguminosen, auch großkörnige Leguminosen oder Hülsenfrüchte genannt. Ihr hoher Proteingehalt und dessen Wertigkeit machen sie interessant für die Fütterung. Sie sind inzwischen wichtige Eiweißlieferanten in den Rationen. Körnerleguminosen eignen sich als Futter für Wiederkäuer, Schweine und Geflügel. Oft werden nur die Körner (Samen) verfüttert. In der Wiederkäuerfütterung wächst aber auch ihre Bedeutung als Ganzpflanzensilage - alleine oder im Mischanbau mit Getreide.


Der Erntetermin

Besondere Herausforderung ist die Wahl des richtigen Erntetermins, denn Körnerleguminosen wachsen folgernd und reifen ungleichmäßig. Das bedeutet, dass obwohl die Pflanze an den oberen Blütenrispen noch blüht, die unteren Schoten bereits reif sind. Für die Körnernutzung gilt deshalb, mit dem Dreschen nie bis zur Abreife der letzten Schoten an der Spitze warten. Die unteren, älteren Schoten sind dann in der Regel schon aufgeplatzt und die Körner herausgefallen. Außerdem verpilzen Pflanzen und Schoten mit dem Alter der Pflanzen stärker, was weitere Probleme mit der Lagerstabilität und in der Fütterung nach sich ziehen kann. Ein weiterer Tipp ist es, immer morgens zu dreschen. Die Schoten sind dann noch feucht und platzen weniger schnell auf. Das gleiche gilt für die Samenschalen. Damit diese nicht aufplatzen, ist auch hier besondere Sorgfalt bei Ernte, Transport und Lagerung geboten.


Die Lagerung

Nach dem Dreschen sind die Körner selten ausreichend trocken und somit nicht lagerstabil. Sie müssen konserviert werden. Für eine sichere Lagerung sollte die Restfeuchte 12 % nicht überschreiten. Als Verfahren hierzu eignen sich die Trocknung und die Konservierung mit Säuren (HACCP-Konzept). Aber auch eine Lagerung als Feuchtkornsilage ist möglich. Vorteil der Feuchtkornsilierung bzw. der Konservierung mit Säure ist, dass mit höheren Restfeuchten, also früher geerntet werden kann. Das reduziert die Körnerverluste beim Dreschen erheblich und die Verpilzung von Pflanze und Schoten ist zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch gering.

Je nachdem, wie die Körnerleguminosen später eingesetzt werden sollen, stehen verschiedene Möglichkeiten einer Konservierung/ Silierung zur Verfügung. Das sind:

  • Die Silierung der ganzen Pflanze und Lagerung als Ganzpflanzensilage (GPS)
  • Die Silierung der feuchten Körner und Lagerung als Feuchtkornsilage (Schrot oder gequetscht)
  • Die Konservierung der gedroschenen Körner (Trocknen oder Säureeinsatz)



1. Silierung als Ganzpflanzensilage

Lupine

Ganzpflanzensilage wird in erster Linie in der Wiederkäuerfütterung eingesetzt. Ein gemeinsamer Anbau mit Getreide ist dabei empfehlenswert. Das sichert zusätzlich die Qualität der Silage und wertet das Getreide mit Protein auf. Durchgesetzt haben sich Mischungen von Hafer mit Erbsen oder Ackerbohnen, Sommergerste mit Erbse, Triticale mit Ackerbohnen, aber auch Mais mit Bohnen. Im Falle der Erbsen dient das Getreide gleichzeitig als Stützfrucht für die rankende Erbse. Ein weiterer Nebeneffekt des Mischanbaus mit Getreide ist die deutlich geringere Verunkrautung auf den Flächen im Vergleich zum alleinigen Anbau der Körnerleguminosen.

Geerntet wird, wenn die Samen in den unteren Schoten der Blütenrispen im Stadium Milch- bis Wachsreife (Gelbreife) und an der Spitze der Rispe noch Blüten zu sehen sind. Bei Mischanbau mit Getreide ist der Erntezeitpunkt erreicht, wenn sich das Getreide im Stadium Milch- bis Mitte Teigreife befindet. Der genaue Zeitpunkt orientiert sich an der Abreife des Hauptbestandsbildners bzw. des jeweiligen Getreidepartners. Oft sind große Teile der Körnerleguminosen zum Erntezeitpunkt noch grün und enthalten viel Wasser. Deshalb sollte kurz angewelkt werden. Derart lassen sich TS-Gehalte von 30 bis40 % in der Silage erreichen. Sind die Silagen zu feucht, tritt Gärsaft aus. Wird zu stark angewelkt, gehen die Blätter bei der Ernte verloren. Blattverluste sollten aber bestmöglich vermieden werden, denn in den Blättern befindet sich das meiste Rohprotein. Damit auch die unteren Schoten mit geerntet werden, wird relativ tief gemäht und die Stoppelhöhe ist sehr kurz. Das erhöht das Risiko der Verschmutzung. Deshalb beim Anwelken und Häckseln darauf achten und so arbeiten, dass es zu keinem nachträglichen Schmutzeintrag kommt.


Die empfohlene Häcksellänge beträgt maximal 3 cm. Wird länger gehäckselt, lassen sich die groben Stengel nur schwer verdichten und Probleme mit der aeroben Haltbarkeit sind vorprogrammiert. Deshalb die Zerkleinerung der Stengel während des Häckselns immer kritisch beobachten. Grobe Strukturen bilden schnell Hohlräume, in denen dann Schimmelpilze wachsen können.


Ganzpflanzensilage aus Körnerleguminosen siliert in der Regel ohne Probleme. Jedoch ist ihre Stabilität bei der Auslagerung oft nicht ausreichend. Deshalb ist der Einsatz des Siliermittels BioCool empfehlenswert. Das gilt auch, wenn sie im Gemenge mit Getreide angebaut wurden.


2. Silierung als Feuchtkornsilage

Geschrotete oder gequetschte Körner lassen sich auch als Feuchtkornsilage lagern. Dazu werden die Pflanzen bereits ab einer Restfeuchte von 25 bis 35 % gedroschen (etwa Ende Teigreife) und gemahlen bzw. gequetscht eingelagert. Für die Silierung gelten die gleichen Rahmenbedingungen wie für Feuchtmaissilage bzw. CCM. Zu Sicherung der aeroben Haltbarkeit und des Hygienestatuses empfehlen wir den Einsatz von CCM-Stabilizer bzw. BioCool.


3. Konservierung der Körner durch Trocknung

Im Falle einer Trocknung der Körner, wird mit niedrigen Temperaturen gearbeitet. Als kritische Grenze gelten max. 50 °C. Überschreitet die Trocknungstemperatur diesen Wert, kommt es zu einer irreversiblen Schädigung des enthaltenen Proteins und zum Platzen der Samenschale.

Allgemein gilt: Je höher die Restfeuchte der Körner, desto geringer die Trocknungstemperatur. Bei 22 % Restfeuchte darf diese nur max. 35 °C erreichen. Die Trocknung selbst hat immer schonend zu erfolgen. Nach der Trocknung die Temperatur vorsichtig runter kühlen. Sonst besteht ein erhöhtes Risiko einer Kondenswasserbildung.


4. Konservierung der Körner mit Säure

Propionsäure und Grain Save NC können eignen sich auch für die Konservierung von Körnerleguminosen. Dabei gelten die gleichen verfahrenstechnischen Vorgaben wir für die Konservierung von Getreide bzw. Getreideschrot. Die Aufwandmenge richtet sich nach der Restfeuchte der Körner und der angestrebten Lagerdauer. Auf eine gleichmäßige Benetzung der Körner ist zu achten. Ab Restfeuchten von >24 % sind die Möglichkeiten einer Lagerung als Feuchtkornsilage zu prüfen.



Aufwandmenge in % für die Körnerleguminosen

(ganzer Körner)

1. Propionsäure

Restfeuchte (%)Lagerdauer (Monate)
1

1-3

3-6

6-12
bis 120,350,450,500,55
12-140,40,50,550,65
14-160,450,550,650,75
16-180,50,650,750,85
18-200,550,70,850,95
20-220,60,80,951,05
22-240,70,91,051,15
24-260,81,01,151,3
26-280,91,11,251,45
28-301,01,21,351,6


2. Grain Save NC 90

Restfeuchte (%)

Lagerdauer (Monate)
1

1-3

3-6

6-12
bis 120,40,50,60,65
12-140,50,60,650,8
14-160,550,650,750,9
16-180,60,80,91,0
18-200,650,951,01,15

Hinweis: Bei anschließender Gebläseförderung bzw. Einlagerungstemperaturen von >35 °C ist ein Zuschlag von jeweils 10 % anzurechnen.

In Falle einer geplanten Lagerung als Schrot, erhöht sich die Aufwandmenge laut Tabelle um 25 %. Da das Schrot dazu neigt, schnell ranzig zu werden, wird empfohlen, dieses nicht länger als 6 Monate zu lagern.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.getreidekonservierung.de


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