Einfluss der Schnitthöhe auf Futterqualität und Ertrag

Um möglichst viel von einer Fläche ernten zu können, wird in der Praxis oft tief geschnitten. Der Ertrag ist zwar dann auch höher, doch negative Auswirkungen auf die Futterqualität und den Pflanzenbestand können die Folge sein.

Schnitthöhe von 6 bis 8 cm anstreben

Um die Futterqualität zu sichern, sollte nicht zu tief gemäht werden. Ist die Grasnarbe dicht (Wiese) und die Fläche eben, sollte eine Schnitthöhe von 6 cm angestrebt werden. Weist der Bestand aber Lücken auf (Ackergras), sollte auf 8 cm erhöht werden. Futterverschmutzung wird dadurch vermieden und der nachfolgende Wiederaustrieb der Bestände positiv beeinflusst. Während der Mahd ist die Schnitthöhe regelmäßig zu kontrollieren.


Rasierschnitt:

Rasierschnitt
Rasierschnitt nach 2 Tagen
Rasierschnitt nach 4 Tagen
Rasierschnitt, verzögerter Austrieb


Hochschnitt:

Hochschnitt
Hochschnitt nach 2 Tagen
Hochschnitt nach 4 Tagen



Rasierschnitt ist schädlich für hochwertige Gräser

Die Stoppel sind während der Vegetationsphase der Ort, in dem Reservestoffe eingelagert werden, die für den Wiederaustrieb wichtig sind. Die meisten hochwertigen Futtergräser (Weidelgras, Wiesenlieschgras, Wiesenschwingel, etc.) lagern hier Energiereserven ein. Wird zu tief geschnitten, fehlen diese Energiereserven für das Wachstum. Der nächste Aufwuchs dieser Gräser wird gehemmt und ihre Konkurrenzkraft lässt nach. Minderwertige Gräser und viele Unkräuter können sich mehr und mehr ausbreiten, denn diese haben ihren Reservespeicher oft unterirdisch in der Wurzel (Ampfer, Löwenzahn) oder Rhizomen (Quecke). Der Grünlandbestand verändert sich, wertvolle Futtergräser werden zurückgedrängt und die Futterqualität sinkt.



Wirkung und Folgen verschiedener Schnitthöhen

Quelle: www.smul.sachsen.de


Stärkere Futterverschmutzung durch zu tiefen Schnitt

Wird zu tief geschnitten, ist die Futterverschmutzung und damit der Rohaschegehalt deutlich höher (Abb., Quelle: ÖAG, 2014). Während der Futterbearbeitung und -bergung kann der Eintrag zusätzlich nochmal ansteigen, je nachdem, wie gearbeitet wird. Die schnell rotierende Technik wirkt wie ein Staubsauger, der die Erde regelrecht einsaugt. Ist jetzt noch die Narbendichte schlecht und lückig, kann es schnell kritisch werden. Das alles geht zu Lasten der Grundfutterqualität; Energiedichte und Schmackhaftigkeit sinken. Steigt deshalb beispielsweise der Rohaschegehalt um 2 Prozent an, bedeutet das ein Minus von 0,1 MJ NEL / kg Ts oder 5 Prozent weniger Milch. Außerdem gelangen mit der Verschmutzung auch schädliche Buttersäure-Bakterien in die Silage und das Fehlgärungsrisiko steigt. Die Erde bringt viel Eisen mit in das Futter (10g Fe / kg Boden). Eisen ist wiederum ein Antagonist von Kupfer, Zink, Mangan und Selen; wichtigen Mineralstoffen für die Kuh.

Rohaschegehalt


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