Mischsilierung von rohen Kartoffeln mit Wiesengras

Die gemeinsame Silierung von Gras mit rohen Kartoffeln aus dem Vorjahr ist prinzipiell möglich. Dabei können die Kartoffeln unzerkleinert eingemischt werden. Folgende Punkte gilt es zu beachten.


Anforderungen an die Kartoffeln

Die Kartoffeln sollten sauber und frei von Keimen und Fäulnis sein. Erdanhaftungen erhöhen nicht nur den Rohaschegehlt, sie vermindern auch die Schmackhaftigkeit und erhöhen das Risiko für Fehlgärungen. Um die anhaftende Erde zu entfernen, kann eine Trockenreinigung bereits ausreichen. Dabei fallen in der Regel auch die Keime ab. Wichtig ist, dass keine Keime mit einsiliert werden. Diese sind giftig, da sie einen erhöhten Anteil an Glykoalkaloiden (Solanin) enthalen.

Das Gleiche gilt für ergrünte Knollenteile. Auch verfaulte Kartoffeln sind vor dem Einsilieren aus zu sortieren.


Auftreten von Gärsaft

Rohe Kartoffeln enthalten sehr viel Wasser. Je Tonne Kartoffeln muss mit bis zu 400 Liter gerechnet werden. Damit das Austreten von Gärsaft nicht zum Problem wird, sollte das angewelkte Gras 35 % TS nicht unterschreiten. Es darf nicht zu nass sein, da sich sonst das Risiko für austretenden Gärsaft weiter erhöht. Ab einem TS–Gehalt von 35 bis 40 % TS besteht die Chance, dass der Saft vom Gras komplett aufgesaugt wird. Außerdem sollte das untere Drittel (Viertel) des Silos ohne Kartoffeln befüllt werden.


Mischsilierung konkret

Durch die Silierung werden die rohen Kartoffeln weich und mürbe. Die enthaltene Stärke bleibt erhalten, was gleichzeitig den Futterwert der Silage erhöht. Die rohen Kartoffeln werden unzerkleinert und schichtweise in das angewelkte Gras mit einsiliert. Damit der austretenden Kartoffelsaft den Silierprozess nicht negativ beeinflusst, hat sich ein Mischungsanteil von 10 bis 15 % Kartoffeln bewährt. Das Einmischen selbst sollte in dünnen Schichten erfolgen, da so die Verteilung der Kartoffeln im Gras einfacher wird. Die maximale Schichtstärke beträgt 10 bis 15 cm.

Beim anschließenden Verdichten (Walzen) werden die rohen Kartoffeln gequetscht, sodass der Silierprozess ungehindert ablaufen kann. Das zwischen den einzelnen Kartoffelschichten einsilierte Gras hat eine Schichtstärke von mindestens 30 cm nach seiner Verdichtung aufzuweisen. Dabei ist ein TS–Gehalt im Gras von 35 bis 40 % empfehlenswert. Das reduziert das Risiko, dass der Saft der Kartoffeln als Sickersaft austritt. Die Kartoffeln verlieren nicht nur Wasser, auch wichtige Nährstoffe (Stärke) gehen damit verloren. Wird der Saft hingegen vom Gras aufgesaugt, wird dem vorgebeugt. Zur Minimierung weiterer Nährstoffverluste ist der Siliermitteleinsatz im Gras dringend anzuraten. Dabei gilt, dass je nach TS–Gehalt der fertigen Mischsilage bei < 40 % TS Siloferm zur Steuerung der Gärung und > 40 % TS BioCool zur Vermeidung von Nacherwärmung gewählt werden sollte.


Wichtiger Hinweis: Je nachdem, wo die Ware herkommt bzw. wer diese liefert, ist im Zuge von QS und GMP+ die Zertifizierung des Lieferanten als Futtermittellieferant notwendig.


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