Welche Eiweißpflanzen optimal im Futter sind

Anbau einheimischer Körnerleguminosen schließt Eiweißfutterlücken

Regional angebaute Körnerleguminosen (Erbse, Lupine, Ackerbohne) sind inzwischen als alternative Eiweißlieferanten anerkannt. Sie eignen sich als Futter für Wiederkäuer, Schweine und Geflügel. Oft werden nur die Körner (Samen) verfüttert. In der Wiederkäuerfütterung wächst aber auch ihre Bedeutung als Ganzpflanzensilage – allein oder im Mischanbau mit Getreide.


Ernte und Lagerung stellen viele Landwirte jedoch vor besondere Herausforderungen

Körnerleguminosen wachsen folgernd und reifen ungleichmäßig ab. Das bedeutet, obwohl die Pflanze an den oberen Blütenrispen noch blüht, sind die unteren Schoten bereits reif. Für die Körnernutzung gilt deshalb unter anderem, vor Abreife der oberen Schoten zu ernten. Nach dem Dreschen sind die Körner selten ausreichend trocken und müssen konserviert werden. Neben der Trocknung ist auch die Konservierung mit Propionsäure oder Grain Save NC 90 möglich. Aber auch eine Lagerung geschrotet als Feuchtkornsilage bietet sich an. Aufgrund der dann höheren Restfeuchten kann früher geerntet werden. Zur weiteren Absicherung der Lagerstabilität wird BioCool bzw. CCM-Stabilizer als Siliermittel eingesetzt.

Ganzpflanzensilage

Ganzpflanzensilage wird hingegen in erster Linie in der Wiederkäuerfütterung eingesetzt. Ein gemeinsamer Anbau mit Getreide ist dabei empfehlenswert. Das wertet die Silage zusätzlich auf. Geerntet wird, wenn die Samen in den unteren Schoten der Blütenrispen im Stadium Milch- bis Wachsreife (Gelbreife) und an der Spitze noch Blüten zu sehen sind. Bei Mischanbau mit Getreide ist der Erntezeitpunkt erreicht, wenn sich das Getreide im Stadium Milch- bis Mitte Teigreife befindet. Ganzpflanzensilage aus Körnerleguminose siliert in der Regel ohne Probleme. Jedoch ist ihre Stabilität bei der Auslagerung oft nicht ausreichend. Deshalb sollte BioCool als Siliermittel eingesetzt werden. Das gilt auch bei Mischanbau mit Getreide.

Futterwert

Vor dem Hintergrund einer möglichen Fruchtfolge-Erweiterung oder eines regionalen Fütterungskonzeptes stellt sich für Schweinehalter:innen die Frage, welchen Futterwert selbsterzeugte Eiweißfuttermittel haben und welcher Eiweißpflanze im Anbau der Vorzug zu geben ist. Einen Überblick zur Einordnung von Ackerbohnen und Erbsen im Vergleich zum Sojaextraktionsschrot und Winterweizen bietet die unten stehende Tabelle. Die Darstellung verdeutlicht, dass sowohl die Rohproteingehalte als auch die Verdaulichkeiten der Aminosäuren (Eiweißbausteine) für das Schwein bei alternativen Proteinquellen wie der Ackerbohne oder der Futtererbse geringer ausfallen, als es zum Beispiel beim Sojaextraktionsschrot der Fall ist.

Einer Verwertung von Ackerbohnen und Futtererbsen steht jedoch grundsätzlich nichts im Weg. Wie bei allen anderen selbsterzeugten Futtermitteln sollte vor der Verwendung eine obligatorische Futtermittelanalyse durchgeführt werden. Diese ermöglicht eine bedarfsgerechte Rationsgestaltung zur Gewährleistung eines optimalen Leistungsniveaus der Tiere.

Fragen zur Ernte und Lagerung beantwortet Dr. Sabine Rahn, Produktmanagerin Silierung/Konservierung, Telefon 0251 . 682-2289, sabine.rahn@agravis.de, und zur Fütterung Dr. Peter Rösmann, Produktmanager, Telefon 0251. 682-2262, peter.roesmann@agravis.de.


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