Wieviel Wärme entsteht bei der Silierung?

Nach wie vor wird behauptet, dass während der erwünschten Milchsäuregärung auch Wärme freigesetzt wird. Begriffe wie z. B. „Fermentationswärme“ werden in diesem Zusammenhang häufig genannt. Aber entsteht Wärme überhaupt bei der Silierung?

1.
Die Milchsäuregärung findet ausschließlich unter Sauerstoffabschluß statt, d.h. unter anaeroben Verhältnissen. Dabei entstehen nahezu keine Substanzverluste und damit auch kaum Wärme. Bei der Vergärung von Glucose zu Milchsäure werden z.B. nur 197 kJ Wärme freigesetzt, ein extrem niedriger Wert. Ganz anders bei der Veratmung von Glucose zu Kohlendioxid und Wasser. Hier wird mit 2835 kJ das 15 - fache an Wärme freigesetzt.

2.
Jede Erwärmung ist demzufolge also immer das Ergebnis eines aeroben Stoffabbaus und immer mit hohen Verlusten an leicht verdaulichen Nährstoffen und Energie verbunden. Während der Einlagerung und zu Beginn der Silierung lassen sich diese Umsetzungen nicht vollständig vermeiden. Hier findet stets ein gewisser Temperaturanstieg statt. Wird aber der Lufteinfluß in dieser Phase auf ein Minimum reduziert, sind diese Verluste gering. Ziel sollte es immer sein, das die Temperaturdifferenz zwischen Umgebungstemperatur und Futterstock 5°C bis maximal 10°C beträgt. Jeder weiterer Anstieg der Temperatur ist ein Hinweis auf unerwünschte Stoffumsetzungen. Bei Temperaturen von über 40°C beginnt bereits eine irreversible Schädigung der Eiweißfraktion, was einen Rückgang des Futterwertes zur Folge hat.

Fazit:
Erfolgreiche Silierung bedeutet also auch eine weitgehende Vermeidung der Erwärmung der Silage zu Silierbeginn. Die Kontrolle der Temperatur während und unmittelbar nach Abschluß der Einlagerung ist also auch eine wichtige Maßnahme zur Sicherung der Silagequalität. Ist die Silage beim Öffnen deutlich wärmer als erwartet – dann lesen Sie weiter hier.


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