Geringere Gärverluste nach Zusatz von Lactobacillus buchneri - Geht das?

Seit einiger Zeit wird berichtet, dass es jetzt einen Lactobacillus buchneri (DSM 22501) gibt, dessen Einsatz eine Verringerung der Gärverluste im Vergleich zur unbehandelten Silage zur Folge hat. Als Beleg dafür dienen Ergebnisse eines Berichtes der EFSA aus 2013.

Neben weiteren Ergebnissen zu L. buchneri, enthält dieser Bericht auch Daten zu unserem im BioCool bzw, CCM Stabilizer verwendeten Lactobacillus buchneri (NCIMB 40788). Im folgenden finden Sie die Ergebnisse ausgewählter Varianten im Vergleich.

1. Trockenmasseverluste

Der Einsatz von L. buchneri DSM 22501 hat die Trockenmasseverluste im Vergleich zur Kontrolle reduziert. Demgegenüber hatte der Einsatz von L. buchneri NCIMB 40788 höhere Trockenmasseverluste als bei der Kontrolle zur Folge. Vergleicht man jetzt aber die absoluten Zahlen, verändert sich das Bild. Die Werte sind bei L. buchneri DSM 22501 mit durchschnittlich 5,3% TM-Verlust fast doppelt so hoch als nach Einsatz von L. buchneri NCIMB 40788 ( Ø 2,9% TM-Verlust) fast doppelt so hoch. Das entspricht einem Unterschied von 83% rel.

2. Milchsäure

Ein ähnliches Bild findet sich auch bei der Milchsäure. Auch wenn nach Zusatz von L. buchneri DSM 22501 im Vergleich zur Kontrolle höhere Milchsäuregehalte gefunden wurden, liegen diese mit Ø 1,16 % deutlich unter den Werten, wie nach Zusatz von L. buchneri NCIMB 40788 (Ø 2,42 %). Außerdem enthalten die unbehandelten Kontrollsilagen bei L. buchneri DSM 20501 nur sehr niedrige Milchsäuregehalte, was in Verbindung mit den Trockenmasseverlusten ein Hinweis auf einen eher ungünstigen Verlauf der Gärung sein könnte. Die Ergebnisse für die Buttersäuregehalte könnten diesen Hinweis entkräften, diese fehlen jedoch.

3. Essigsäure

Wie zu erwarten, wurde in allen Versuchsvarianten höhere Essigsäuregehalte in den Silagen nach Einsatz von L. buchneri gefunden als in der unbehandelten Kontrollsilage. Jedoch unterstützen die gefundenen Werte den bisherigen Eindruck von den Ergebnissen. Setzt man jetzt die Milchsäuregehalte in Relation zu den Essigsäuregehalten, so ergibt sich für L. buchneri DSM 22501 ein schlechteres Säureverhältnis (MS: ES = 1 : 1,2) als bei L. buchneri NCIMB 40788 (MS : ES = 1 : 0,4). Es wird also nach Zusatz von L. buchneri DSM 22501 im Durchschnitt mehr Essigsäure als Milchsäure gebildet.

4. Aerobe Stabilität

Ergebnisse zur Verbesserung der aeroben Stabilität liegen für L. buchneri DSM 22501 nur für einen von insgesamt 7 eingereichten Versuchen vor. Demzufolge wird im EFSA – Bericht die Verbesserung der aeroben Stabilität nicht attestiert.

Ganz anders bei L. buchneri NCIMB 40788. Hier konnte in allen eingereichten Versuchen die Verbesserung des aeroben Stabilität belegt werden, was seitens der EFSA auch bestätigt wird.

Abschließend lässt sich einschätzen, dass nach Durchsicht der bei der EFSA eingereichten Versuchsergebnisse Fragen offen bleiben. Die Daten zeigen nur einen Ausschnitt aus den Versuchen. Insbesondere wenn Silagen nicht optimal vergären, also eine Fehlgärung (Buttersäuregärung) stattfindet, kann auch der Zusatz eines Heterofermenters wie L. buchneri die Silierung unter bestimmten Voraussetzungen günstiger gestalten und die Gätverluste senken. Es sind ja schließlich auch Milchsäurebakterien. Ob aber Fehlgärung zuverlässig durch sie unterbunden wird, ist fraglich und hängt von den Siliereigenschaften des Futters ab. Machen Sie sich selber ein Bild von den Versuchen. Hier können Sie die Ergebnisse im EFSA – Bericht nachlesen!


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