Nach- und Nebenprodukte

Nebenprodukte sind sehr nährstoff- und energiereich. Insbesondere zucker- und stärkehaltige Nebenprodukte können schnell verderben. Deshalb wird bei ihnen zwischen einer kurzfristigen und längeren Lagerung unterschieden. Produkte wie

Apfeltrester

Corngold

Kartoffeldampfschalen

Kartoffelpresspülpe

Möhrentrester

Zuckerrübenschnitzel

sind ohne Folienabdeckung nur sehr kurz bzw. gar nicht lagerfähig. Ziel der Abdeckung ist eine luftdichte Lagerung um die Qualität der Produkte zu sichern und Silierverluste zu vermeiden. Zusätzlich ist es empfehlenswert, Rand- und Oberflächenschichten mit geeigneten Siliermitteln zu behandeln. Aber auch flüssige Nach- und Nebenprodukte wie beispielsweise Bierhefe oder Molke sollten mit geeigneten Zusätzen stabilisiert werden. Bewährt haben sich die Säuremischung Lupro-Mix NA und Kaliumsorbat, die das Wachstum von Schimmelpilzen, Hefen und Bakterien zuverlässig verhindern.


Generell gilt, dass Nebenprodukte gut silierbar sind, da sie ausreichend Nährstoffe und Milchsäurebakterien sowie kaum Verschmutzungen aufweisen. Es gelten die gleichen Anforderungen an das Silagemanagement (Mietenanlage, Abdeckung, Verdichtung, Vorschub, etc.) wie bei den klassischen Silagen.




Eine kurzfristige Lagerung bedeutet eine Zwischenlagerung von wenigen Tagen unter Folie. In der Regel reicht eine Behandlung der oberen Schicht mit Lupro-Mix NA aus. Die Aufwandmenge ist dann 1 Liter Lupro-Mix NAmit 4 Liter Wasser verdünnt je qm und Schicht (Schichtstärke 30 cm). Bei Flüssigkeiten empfiehlt sich eine Komplettbehandlung wie folgt:

  • z.B. Molke und Schlempe 1 ltr. / 100 ltr.
  • Biertreber Behandlung der oberen Schicht, Lagerung unter Folie
  • Maiskleber Behandlung der oberen Schicht, Lagerung unter Folie
  • Trester Behandlung der oberen Schicht, Lagerung unter Folie



Sollen Nach- und Nebenprodukte länger gelagert werden, z.B. Pressschnitzel, empfiehlt sich das Verfahren der Silierung. Es gelten die gleichen Anforderungen an Silierung und Silagemanagement wie bei klassischen Silagen. Zusätzlicher Schutz für Rand- und Oberflächenschichten bietet die Behandlung mit Lupro-Mix NA. Die Aufwandmenge beträgt dann 0,5 Liter Lupro-Mix NA je qm und Schicht (Schichtstärke 20 cm).



Der Erfolg der Silierung wird neben dem Verlauf der Gärung auch maßgeblich von der Güte des Luftabschlusses bestimmt. Eine luftdichte Abdeckung ist unverzichtbar, um beste Silagen zu erzeugen. Die Güte der Siloabdeckung beeinflusst sowohl die Qualität und den Futterwert der Silage als auch deren Hygienestatus. Erwärmung und Schimmelwachstum in betroffenen Schichten sind nur die äußeren Anzeichen des einsetzenden Futterverderbs. Die dabei entstehenden Verluste an Nährstoffen und Energie werden oft unterschätzt. Ein Totalverderb betroffener Schichten kann nicht ausgeschlossen werden.

Um noch mehr Sicherheit zu erreichen, kann man vor dem Abdecken mit Folie direkt auf die Silooberfläche eine Schicht Möhrentrester oder Kartoffelpülpe darauf silieren. So entsteht unterhalb der Abdeckfolie eine dichte Futterschicht, die das Eindringen von Luft zusätzlich erschwert. Beide Futtermittel verfügen über gute Siliereigenschaften und können gemeinsam mit der Silage verfüttert werden.

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Sowohl der Möhrentrester als auch die Kartoffelpülpe müssen nach dem Aufbringen auf das Siliergut eingeebnet werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Oberfläche zu uneben ist und sich die Abdeckfolie nicht ausreichend an die Oberfläche anschmiegen kann. Luftpolster unter der Abdeckfolie ziehen Schimmelwachstum und Verderb der betroffenen Bereiche nach sich.

Wichtig: Möhrentrester und Kartoffelpülpe ersetzen nicht die herkömmliche Siloabdeckung (Unterziehfolie, Silofolie, Schutzgitter, Silosäcke).



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