Schimmelpilze/ Mykotoxine

Das Auftreten von Schimmel in Silagen ist immer ein sicherer Hinweis für das Vorhandensein von Luft im Futterstock. Bereits kleinste Mengen an Sauerstoff ermöglichen Wachstum und Vermehrung von Schimmelpilzen. Insofern weist Schimmel in Silagen immer (!) auf Mängel in der Siliertechnik hin. Unzureichende Verdichtung, mangelhafte Abdeckung und ungünstige Entnahmestrategie erleichtern den Lufteintrag und ermöglichen so die Vermehrung der Schimmelpilze. Mit deren Auftreten geht das Risiko der Mykotoxinbildung einher. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass ein starker Verpilzungsgrad mit einer hohen Toxinbelastung einhergeht oder umgekehrt.

Dass verschimmelte Silage nicht in den Futtertrog gehört, ist hinlänglich bekannt. Welches Gefährdungspotential von dieser Silage für die Tiergesundheit ausgeht, wird jedoch meistens unterschätzt. Häufig wird auch immer die sogenannte „entgiftende Wirkung“ des Pansens angeführt. Mykotoxine werden in weniger giftige Stoffwechselprodukte umgewandelt und über den Harn ausgeschieden. Aber: Im Falle einer zunehmenden Belastung kann es auch zu einer Schädigung der empfindlichen Pansenflora kommen, verbunden mit einer Störung des Vormagenstoffwechsels.

Verschimmelte Silagen enthalten oft einen Cocktail aus verschiedenen Mykotoxinen. Dadurch hervorgerufene Vergiftungen treten relativ häufig auf. In der Regel ist nur ein unspezifischer Leistungsrückgang zu erkennen.

Welche Symptome können beschrieben werden?

Erkrankungen durch Mykotoxine sind nur schwer zu diagnostizieren. Nachfolgend genannte Symptome können als Hinweis auf das Vorhandensein von Mykotoxinen im Futter gewertet werden:

  • Fressunlust, Abmagerung
  • Raues, glanzloses Haarkleid
  • Leistungsabfall, Stoffwechselstörungen
  • Fruchtbarkeitsstörungen, Aborte, östrogene Effekte
  • Immunsuppression, Mastiden
  • Lähmungserscheinungen

Nach der Einlagerung der Anwelk- oder Maissilagen verändert sich die Zusammensetzung der Pilzflora. Die auf dem Feld dominierenden Schimmelpilze der Feldflora sterben aufgrund der immer geringer werdenden Sauerstoffverfügbarkeit ab. Auch verschiedene Lagerpilze (z.B. Aspergillus) überdauern diese Phase nur kurz. Als am widerstandsfähigsten haben sich Monascus ruber und Penicillium roqueforti gezeigt.

Beschreibung der am Häufigsten in Silagen gefundenen Schimmelpilze:

Nachfolgend sollen die häufigsten in Silagen vorkommenden Schimmelpilze beschrieben werden. Bereits kleinste Mengen an Sauerstoff reichen aus, um ihr Wachstum anzuregen. Etwa 80 % der insgesamt gefundenen Schimmelpilze können diesen Arten zugeordnet werden. Besonders auffällig sind die kräftig roten und blaugrünen kugelförmigen Schimmelnester in Maissilagen. In Grassilagen wachsen Schimmelpilze eher in horizontalen Lagen, die in der Regel weißlich grau gefärbt sind. Zu sehen ist aber nur ein kleiner Teil vom Pilzwachstum. Als Faustzahl gilt, dass mindestens ein Radius von einem Meter um das Nest mit befallen sind.


Was passiert mit Mykotoxinen während der Silierung?

  • Toxine bleiben weitestgehend erhalten
  • Neubildung von Toxinen
  • Umwandlung in Metabolite möglich
  • Reaktion mit Gärprodukten möglich
  • Verstoffwechselung durch Silagemikroorganismen möglich

Verschimmeltes Futter ist fütterungsuntauglich. Eine wirksame Behandlung von Vergiftungen ist nicht möglich


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