Nacherwärmung kostet bares Geld

Nacherwärmung ist das Hauptproblem in vielen Maissilagen. 50 % der Maissilagen gelten in der Praxis als betroffen, egal ob die Silage für den Trog oder für die Biogasanlage bestimmt war. Fakt ist, wird die Silage warm, ist das ein Zeichen dafür, dass hochverdauliche Nährstoffe verloren gehen und die Maissilage schnell an Wert verliert.

Hohe Verluste

Hauptverursacher der Nacherwärmung sind Hefen. Sie bauen Zucker, Stärke und auch Milchsäure ab. Im Ergebnis steigen pH-Wert und Temperatur in betroffenen Maissilagen an. Der Kreislauf des Verderbs beginnt. Je mehr Hefen in der Silage überlebt haben, umso schneller setzt Nacherwärmung ein. Die damit verbundenen Verluste können schnell mehrere Tausend Euro je Jahr ausmachen.

Tägliche Verluste durch Nacherwärmung (Beispielkalkulation):

  • 1. Energieverluste

 stabil nacherwärmt
MJ NEL / kg TM6,66,5

Energieverlust
MJ NEL / kg TM
MJ NEL / ha
 

- 0,1
- 1667

Milchverlust
Liter / ha
 

- 530

  • 2. TM – Verluste

 stabilnacherwärmt
% TM 3,5

TM - Verlust
kg TM / to FM
kg TM / ha
 

- 11,7
- 195

Milchverlust
Liter / ha
 

- 410

Im Schnitt kann je Tag Nacherwärmung 3,5 % TM und 0,1 MJ NEL / kg TM als Verlust kalkuliert werden (Tabelle). Das bedeutet, dass z.B. der Milcherzeugungswert pro Hektar Maissilage täglich um mindestens 940 Liter Milch sinkt. Da die Silage jedoch bis zu ihrer Verfütterung oft 2 – 3 Tage der Nacherwärmung ausgesetzt ist, kommen schnell 10 % und mehr an Verlust zusammen. Verminderte Futteraufnahme bis hin zum Totalausfall infolge Verschimmelung sind dabei noch nicht mit berücksichtigt.


Ursachen finden

Diese Verluste müssen nicht sein. Durch richtiges Management können sie vermieden werden. Zuerst sollte überprüft werden, ob alle Anforderungen an eine luftdichte Lagerung der Silage erfüllt werden, denn Hefen brauchen Sauerstoff für Ihr Wachstum. Demzufolge ist der Einfluß des Faktors Luft auf ein Minimum zu reduzieren. Gelingt das nicht, weil z.B. die Verdichtung mangelhaft war oder die Silage nicht luftdicht gelagert wurde, sind Probleme vorprogrammiert (Grafik). In diesen Silagen werden bereits bei der Auslagerung Keimdichten gefunden, die oberhalb des Grenzwertes von log 5,0 Hefen / g (100.000 kbE/g) liegen. In der Folge ist eine aerobe Haltbarkeit kaum gegeben


Maissilage, 35 % TM

Unser Leitfaden „Nacherwärmung“ hilft Ihnen, Schwachstellen im Management aufzudecken.


Siliermittel einsetzen

Häufiges Problem in Betrieben ist der Vorschub. Insbesondere in den Sommermonaten sind viele Anschnittflächen viel zu groß. Deshalb wird inzwischen zum konsequenten Einsatz von geeigneten Siliermitteln geraten. Wichtig bei der Produktwahl ist, dass sie die aerobe Stabilität verbessern. BioCool reduziert nachweislich die Anzahl der Hefen in der Silage (Tabelle). Die Stabilität der Silage bei der Auslagerung ist gesichert und Verluste durch Nacherwärmung werden vermieden. Außerdem unterstützt BioCool die natürliche Milchsäuregärung und verbessert die Futterwertkennzahlen. Silagen, die ohne den Zusatz von BioCool einsiliert wurden, könnten diese Ergebnisse nicht erreichen. Sie waren aerob instabil und zeigten eine schlechtere Fütterungseignung.

  • 1. Einfluss von BioCool auf Gärqualität und aerobe Stabilität von Maissilage

Kleinschmit et.al. (2006)Kontrolle (n=43)BioCool (n=43)

Silagequalität
pH-Wert
Milchsäure (%TM)
Essigsäure (%TM)


3,70
6,59
2,18


3,88
4,79
3,89

Keimzahl an Hefen
kbE/g


15.140


76

Aerobe Stabilität
Stunden


25


503


Praxisergebnisse (2015)Kontrolle (n=15)BioCool (n=15)

Silagequalität
pH-Wert
Milchsäure (%TM)
Essigsäure (%TM)


3,71
4,17
2,24


3,67
4,85
2,41
Propylenglycol (%TM)0,291,26

Aerobe Stabilität
Stunden


46


76

  • 2. Einfluss von BioCool auf die Futterwertkennzahlen und Futteraufnahme

 KontrolleBioCoolDifferenz

Nussio, et.al. (2012)
NDF (%TM)
ADF (%TM)
vOS (%TM)


45,25
22,24
63,35


43,44
21,09
65,51


- 1,81 %
- 1,15 %
+ 2,16 %

Weinberg et.al. (2007)
vOS (%)


59,60


63,10


+ 3,50 %

Ranjit et.al. (2000)
Futteraufnahme,
Schafe
(g TM/Tag)



903



935



+ 3,45 %

Basso et.al. (2012)
Futteraufnahme, Schafe
(g TM/Tag)



1190



1270



+ 6,72 %

  • 3. Einfluss von BioCool auf den Gehalt ausgewählter Mykotoxine in Silagen

Der Wirkmechanismus von BioCool kommt bereits zu Silierbeginn zum Tragen. So fördert beispielsweise das frei gesetzte Kohlendioxid die Bildung der anaeroben Atmosphäre. Feldpilze, die mit einsiliert wurden, wie beispielsweise Fusarien, sterben schneller ab und das Risiko, dass sie weiter Mykotoxine bilden können, sinkt. Untersuchungen belegen diesen Nebeneffekt. Die mit BioCool behandelten Silagen zeigten geringere Mykotoxinkonzentrationen. So waren in den untersuchten Silagen die Deoxynivalenolgehalte (DON) um etwa 20 Prozent und die Zearalenongehalte (ZEA) um etwa 30 Prozent niedriger als in den unbehandelten Kontrollsilagen.


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