Proteinabbau bei der Silierung gezielt minimieren

Eine oft unterschätzte Herausforderung

Ziel einer erfolgreichen Silierung ist es, den Futterwert und damit auch die Zusammensetzung der Nährstoffe weitestgehend zu erhalten. Bei Grassilage sollte darüber hinaus immer der Abbau an Rohprotein minimiert werden. Das bedeutet, dass von dem, was im Ausgangsfutter an Protein vorhanden ist, möglichst viel in optimaler Qualität beim Tier ankommt.

Proteolytische Abbauvorgänge

Um dieses Ziel zu erreichen, muss das komplette Verfahren bestmöglich gestaltet werden, denn in allen Verfahrensabschnitten finden immer proteolytische Umbau- bzw. Abbauvorgänge statt. Diese haben einen mehr oder weniger hohen Verlust an Reinprotein und einen Anstieg der leicht löslichen Stickstoffrationen (beispielsweise Ammoniak) zur Folge.

Auf dem Feld

Bereits auf dem Feld, während des Anwelkens, beginnen diese Umsetzungen. Verantwortlich dafür sind pflanzliche Proteasen und verschiedene aerobe Mikroorganismen. Beide können relativ einfach über die Gestaltung des Welkeverlaufes auf dem Feld gesteuert werden. Je schneller und schonender der optimale Anwelkgrad von 30 bis 40 Prozent Trockensubstanz (TS) erreicht wird, desto geringer sind die Proteinverluste.

Während der Silierung

Im Verlauf der Silierung finden proteolytische Umsetzungen unterschiedlichen Ausmaßes statt, sowohl unmittelbar zu Beginn als auch während der Silierung selbst. Verantwortlich dafür sind ebenfalls proteolytische Enzyme, die zu Beginn der Silierung noch aktiv sind. Aber auch unerwünschte Bakterien (Enterobakterien und ggf. auch Clostridien) bauen Proteine ab.

Den pH-Wert in der Silage absenken

Um diese Abbauvorgänge zu kontrollieren, müssen nicht nur zügig anaerobe Verhältnisse in der Silage erreicht werden, sondern auch der pH-Wert schnell abgesenkt werden. Neben dem Management helfen hier gezielt eingesetzte Milchsäurebakterien ( Siloferm ), die in der Lage sind, die unerwünschten Enterobakterien zu unterdrücken und Clostridienwachstum zu vermeiden. Die in Siloferm enthaltenen Milchsäurebakterien bilden deutlich mehr Milchsäure und in der Folge sinkt der pH-Wert schneller ab und die unerwünschten Umsetzungen kommen schneller zum Stillstand.

Entnahme aus dem Silo

Die letzte kritische Phase für den Proteinabbau ist die Entnahme der Silage aus dem Silo. Ist die Silage nicht ausreichend aerob stabil, kommt es zur Nacherwärmung und Verschimmelung sowie erheblichen Verlusten an Protein. Auch hier helfen gezielt eingesetzte Siliermittel ( BioCool ), die die aerobe Haltbarkeit der Silage absichern.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier .

Infos gibt es von Dr. Sabine Rahn, Telefon 0251 . 682-2289, sabine.rahn@agravis.de.



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