Grassilage aus 2016 mit großen Qualitätsschwankungen

Heute schon an morgen denken

Inzwischen wurden die meisten Grassilagen aus 2016 untersucht. Die Ergebnisse sind für viele Betriebe ernüchternd. Der Witterungsverlauf im Frühjahr 2016 hat gezeigt, wie wichtig ein hohes Maß an Flexibilität bei der Ernte ist. Erfolgreiche Grassilagebereitung bedeutet nicht nur, die grundlegenden Gärprozesse und die darauf aufbauenden Silierregeln zu beherrschen, sondern auch, die gewählte Silierstrategie rechtzeitig den aktuellen Rahmenbedingungen anzupassen. Das klappte in 2016 nicht immer. Deshalb ist es wichtig, jetzt rückblickend herauszufiltern, denn alle einzelnen Arbeitsschritte angefangen vom Feld über die eigentliche Silierung bis hin zur Verfütterung und Hygiene, greifen wie Zahnräder ineinander. Läuft es in einem Verfahrensabschnitt nicht optimal, hat das auch Auswirkungen auf die anderen Bereiche.

Ist beispielsweise die Grassilage buttersäurehaltig, sind die Konsequenzen weitreichend. Die betroffene Silage ist nur noch eingeschränkt verfütterbar. Die Futteraufnahme sinkt, Nährstoff- und Energiedichte passen nicht mehr und die Tiergesundheit leidet. In der Silage vorhandene Buttersäurebakterien, die Clostridien , werden mit gefressen, passieren nahezu unbeschadet den Verdauungstrakt, und werden im Kot der Tiere angereichert wieder ausgeschieden. Mit der Gülle gelangen sie zurück auf das Feld, was wiederum bedeutet, dass das Management von Bestandspflege und Ernte dem anzupassen ist. Höhere Keimbelastung im Kot bedeutet auch höhere Keimbelastung am Euter. Damit nimmt das Risiko eines erhöhten Sporeneintrages in die Milch drastisch zu. Auch bei bester Melkhygiene bleibt dieses Risiko bestehen. Der Effekt der Euterreinigung hängt also auch indirekt von der Silagequalität ab. Sorgfältige Melkhygiene ist nur dann zuverlässig wirksam, wenn die Silagen hygienisch einwandfrei sind. Gewöhnlich kommen Clostridien auf den Pflanzen kaum vor, denn ihr natürlicher Lebensraum ist der Boden. Sowohl die Bakterien als auch die Sporen sind hier reichlich vorhanden. Über verschmutztes Grünfutter gelangen sie in das Silo. Neben Erdverschmutzungen stellt auch die Gülle eine wichtige Kontaminationsquelle dar. Sind jetzt die Lebensbedingungen in der Silage für sie günstig, da beispielsweise auf den gezielten Einsatz des Siliermittels Siloferm verzichtet wurde, vermehren sie sich dramatisch und in der Folge findet die unerwünschte Buttersäuregärung statt. Enthält die Grassilage also Buttersäure, muss die gesamte Kette, angefangen vom Feld bis hin zum Stall kritisch unter die Lupe genommen werden.

Infos gibt es bei Dr. Sabine Rahn, Telefon 0251 . 682-2289 oder sabine.rahn@agravis.de.

Biozide vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformation lesen.


Kontaktformular
Sprechen Sie uns an!