Futterlücken schließen

Feldfutterbau bietet viele Möglichkeiten


In vielen Regionen haben die fehlenden Niederschläge zu geringen Erträgen im Grünland bzw. Futterbau geführt. Da die ersehnten Niederschläge auch aktuell noch nicht in Sicht sind, besteht das Risiko, dass auch die Maiserträge auf betroffenen Standorten eher unterdurchschnittlich ausfallen werden. In Folge dessen könnte es regional zu Engpässen kommen. Einige Bundesländer haben bereits reagiert und die Futternutzung vieler ökologischer Vorrangflächen (Stilllegung und Streifen) ab sofort freigegeben. Ob weiterhin auch die Herbstnutzung der „Greening-Zwischenfrüchte“ zugelassen wird, bleibt abzuwarten.

Eine Möglichkeit die Futterlücke zu schließen, stellt der Zweitfruchtanbau bzw. der Zwischenfruchtanbau mit Herbstnutzung dar. Da eine Maisaussaat nur bis etwa 20. Juni sinnvoll ist, bleibt vor allem der Anbau von Sommergetreide, Gras und Grasmischungen. Eine Übersicht der Optionen zeigt die unten stehende Grafik. Hinsichtlich der N-Düngung dürfen im Ansaatjahr genutzte Bestände nach Bedarf gedüngt werden und unterliegen nicht der „30/60-Herbstregelung“.



Greening und Futter kombinieren

Durch den Einsatz spezieller Zwischenfruchtmischungen lässt sich die Verpflichtung zur Anlage von ökologischen Vorrangflächen mit der Futterproduktion kombinieren. Bei Aussaat im Herbst kann der Aufwuchs einmalig vor der Aussaat der Frühjahrskultur genutzt werden (topsoil biomasse EU). Eine futterbauliche Nutzung im Herbst ist bei einer Greening-Zwischenfrucht, außer durch die Beweidung durch Schafe und Ziegen, nicht zulässig. Sollte es zu einer Genehmigung der Herbstnutzung kommen, sollten Saattermine bis zum 10. August angestrebt werden.


Gemenge statt Reinsaat?

Abhängig von der Nutzung und Verwendung des Futters bieten sich Gras in Reinsaat, Klee-Gras-Gemenge und Klee in Reinsaat an. Gemenge bieten die Vorteile der Risikominimierung, der Nutzungselastizität durch langsameren Qualitätsabfall, besseren Ausnutzung von Wachstumsfaktoren, verbesserten Siliereigenschaften, Futterqualität und eines ausgeglichenen N-Haushaltes.

Klee-Gras-Gemenge bieten positive Eigenschaften im Futterwert durch höhere Rohprotein- und Energiegehalte. Durch die symbiontische N-Fixierung sinkt der Düngebedarf entsprechend des Kleeanteils bis auf 0 kg N/ha. Sollen hohe Mengen Wirtschaftsdünger eingesetzt werden, ist der Anbau reiner Gräsermischungen sinnvoll. Durch Klee als Mischungsspartner steigt der Anspruch an die Kalkversorgung bzw. dem pH-Wert (> 5,5) im Boden und die Ansprüche an das Siliermanagement bezüglich Anwelkgrad ( ~ 35 % TS), Bröckelverluste und Verdichtung. Da Rotklee nicht selbstverträglich ist und empfindliche Fruchtfolgekrankheiten drohen, sollten Anbaupausen von 4 bis 5 Jahren nicht unterschritten werden.


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